Der Flughafen von Santiago

April 4th, 2010

Nachdem ich mich nach verschiedenen Möglichkeiten für meine Weiterreise erkundigt habe und die Pläne auf der Plaza de Armas eingehend studiert habe, entschied ich mich schweren Herzens für die Heimreise.

Gemäss Website funktioniert auf dem Flughafen alles wie immer und man merkt vom Erdbeben überhaupt nichts mehr. Als ich im Hotel nachfragte wieviele Stunden man vor Abflug am Flughafen sein soll, rollte der Rezeptionist nur die Augen. Er schlug dann mal 4h vor. Das erschien mir dann doch etwas viel. Ich gab ihm die Abflugszeit meiner Maschine dann mal falsch an. Somit sollte ich etwa 3h vor Abflug am Flughafen sein. Reichlich Zeit wie ich fand. Was mich dann am Flughafen erwartete überraschte mich aber doch. Es gab jede Menge Partyzelte. Die Zelte dienten als Wartehallen. Vorallem für die Nationalen Flüge. Ich ging durch das Internationale Zelt hindurch. In den Zelten gab es neben Stühlen auch Imbiss-Ecken und Souvenirs zu kaufen. Irgendwie kam bei mir ein bisschen Jahrmarkt Stimmung auf.  Vorallem als ich die Reihen mit den Toi-Toi WC’s sah.

Einchecken konnte ich im Flughafen Gebäude. Da war alles total improvisiert. Eine Gepäckwaage gab es nicht. Das Gepäck wurde einem Mann ausgehändigt und der schleppte meinen Rucksack dann auch gleich weg.  Für die Zollkontrolle musste ich die Treppe hoch. Da habe ich fast einen Lachanfall bekommen. Die Beamten sassen nämlich an kleinen Tischen irgendwo im Raum. Als ich nach der Kontrolle etwas ratlos stehen blieb erklärte mir der Beamte fröhlich das ich mich zwischen den Tischen in den anderen Raumteil begeben soll. Handgepäck Kontrolle gab es. So eine Art. Mein Laptop wollte keiner sehen und als ich meine Jacke ausziehen wollte wurde ich auch angeschnauzt… weitergehen.  Das Flughafenpersonal trug teilweise Helme. Ob das mit den fehlenden Deckenplatten zu tun hatte oder ob die immer Helme tragen weiss ich nicht.

Da die meisten Fingerdocks beschädigt waren, mussten wir mit dem Bus zum Flugzeug gebracht werden. Obwohl alles chaotisch wirkte, klappte es doch ausgezeichnet. Erstaunlich.

Über den Flug und die Zwischenlandung gibt es nicht so viel zu sagen. Wie immer war ich in Kloten gespannt ob ich und mein Gepäck es gleichzeitig an den gleichen Ort geschafft haben.  Nachdem ich fast alle Leute ihr Gepäck hatten und ich mir schon überlegte ob ich wirklich wichtige Dinge im Rucksack habe, kam mein Rucksack auch an. Irgendwie habe ich ein bisschen am Gepäck-Träger in Santiago gezweifelt…

Santiago de Chile

April 4th, 2010

Wirklich gespannt war ich was mich in Santiago wohl erwarten würde. Ich freute mich sehr auf Santiago. Santiago sollte mein Ausgangspunkt für meine Reise in die Mitte von Chile werden. Diesen Plan hatte ich natürlich vor den Erdbeben gemacht. Als ich aus der U-Bahn kam, wusste ich nicht was ich erwarten sollte. In Mendoza wurde mir von einer Reise nach Chile abgeraten und auch im halbgefüllten Bus nach Chile wollten eigentlich die Meisten nur zum Flughafen und Chile schnellst möglich verlassen.

Um es kurz zu machen. Ich ging die Treppe hoch und landete mitten in einer pulsierenden Metropole. Ich war wie erschlagen.  Als ich mich umschaute merkte ich das ich zufälligerweise den einzigen nicht beschädigten und somit geschlossenen Aufgang erwischt habe. 

Das Leben in Santiago geht weiter. Die Geschäfte sind offen, die Leute gehen ihren Jobs nach und kaufen ein. Im täglichen Leben merkt man eigentlich nicht, dass hier erst gerade ein oder besser mehrere grössere Erdbeben waren.  Die Strassenhändler verkaufen Notbeleuchtungen. Da ich aber noch nie in Santiago war kann ich nicht sagen ob sie immer Notbeleuchtungen verkaufen oder eben ihr Sortiment der Situation angepasst haben. Immer wieder kommt man an Absperrungen und muss die Strassenseite wechseln, Strassen haben Risse und ab und zu liegt Schutt rum. Aber wie gesagt, das Leben geht weiter.

In Santiago wollte ich mir ein bisschen Kultur reinziehen. Hier gibt es nämlich viele Museen und Aussichtspunkte die ich mir unbedingt anschauen wollte. Da es auch einen Hop on Touristenbus gibt wollte ich, wie in Buenos Aires, zuerst mal alles aus dem Bus anschauen. Wo der Bus fahren sollte wartete ich eine Weile.  Als kein Bus kam, machte ich mich zu Fuss zu den näheren Sehenswürdigkeiten auf. Schnell musste ich aber feststellen das sämtliche Museen und alles was für Touristen einigermassen interessant ist, geschlossen war. Überall wurde mir von freundlichen Wächtern gesagt dass das Museum oder die Kirche wegen des Erdbebens bis auf weiteres geschlossen bleibt.

Immerhin gibt es ungeheuer viele Shoppingmöglichkeiten in Santiago. Die Parks sind auch ganz toll. Ausserdem habe ich mir die Kirchen und Museen halt von aussen angeschaut.

Ach ja, der Touribus. Der fährt. Allerdings hat es mit Hop on, Hop off nicht viel zu tun. Ein Bus tourt durch die Stadt. Mehr braucht es aber auch nicht.  Ich sah genau einmal einen Mann im Bus sitzen.

Ausflüge in die Umgebung waren mangels Touristen leider auch nicht möglich. Verständlicherweise gab es eine Mindestteilnehmerzahl. Also schrieb ich mich mutig für so ziemlich alles ein. Ich war der Meinung das sich neben mir sicher noch ein zweiter Touri finden lässt. Ich schien aber tatsächlich die Einzige zu sein. Somit war auch mein Ausflugsprogramm gestrichen.  Sehr traurig war ich aber nicht. Bei Nachfrage stellte sich nämlich immer raus dass das Programm nur sehr reduziert durchgeführt werden konnte.

Eigentlich mega schade das ich diese faszinierende Stadt nicht unter anderen Bedingungen kennenlernen konnte. Die Stadt bietet nämlich wirklich einiges.

Mendoza – Santiago de Chile

April 1st, 2010

Obwohl mir Mendoza sehr gut gefallen hat, wollte ich wieder nach Chile. Wollte mir selber ein Bild machen ob das Reisen nach den Erdbeben wirklich so schwierig sein würde. Da es in den Bergen so schön war kam nur eine Busfahrt während des Tages in Frage. Einmal mehr stellte ich mir die Frage warum mein Gepäck in nur 2 Tagen sein Volumen mindestens verdoppeln konnte. Unter leisem jammern und schimpfen würgte ich alles in den Rucksack. Anschliessen ging es zu Fuss zum Busbahnhof.  Da die meisten Busse Doppeldecker sind habe ich mir einen Platz in der ersten Reihe oben gebucht. Leider hatte die Panoramscheibe einen oder bessere mehrere Risse im Glas. Schade. Gleichzeitig mit mir stieg auch Julian ein. Julian der etwas hysterisch veranlagte Engländer hatte den Platz neben mir. Als Julian den Riss im Glas sah wollte er gleich Platz wechseln.  Da ich aber offensichtlich geübter und abgebrühter war und einfach die Sonnenbrille anzog wollte Julian auch nicht das Weichei spielen.  Kaum hatten wir die Autobahn erreicht wurden wir von einer Demonstration aufgehalten. Da das Ganze aber äusserst friedlich war, habe ich mein Sandwich ausgepackt und mich halt einfach auf einen längeren Stopp eingerichtet. Wir hatten Glück. Nach knapp 45 Minuten konnten die Reise weitergehen. Der Weg war ein ähnlicher wie ich am Vortag bei meinem Ausflug in die Berge genommen hatte. Einziger Unterschied bis zur Grenze würde sein, dass wir statt dem Pass den Grenztunnel nehmen würden. Die Fahrt war wunderschön. Das Wetter war fantastisch. Sogar der Aconcagua zeigte sich komplett wolkenlos. Da wir aber Zeit aufholen mussten die Strasse holperig und die Fensterscheibe voller Risse war, kann ich leider kein Beweisfoto liefern.

Langsam begann ich meinen Rucksack nach Dingen zu durchsuchen welche mir die Einreise erschweren konnten. Das Einführen von Milchprodukten, Früchten, Nüssen sowie Fleisch ist nämlich verboten. Julian geriet in Panik. Er hatte noch 2 Salamisandwichs in seiner Tasche. Ich habe noch nie jemanden so schnell ein Sandwich essen gesehen…. beim 2. Sandwich machte er dann schlapp und ass nur noch das Fleisch. Er würde das Brot (inkl. Butter) deklarieren oder wegwerfen….

Soweit waren wir aber noch nicht. Zuerst mussten wir durch den Grenztunnel und auf der anderen Seite des Tunnels erwartet uns eine Baustelle. Da hiess es wieder warten. Als wir zur Grenze kamen war ich gespannt wie es wohl diesesmal laufen würde. Nachdem wir den Bus verlassen hatten wurden uns zahlreiche Merkblätter in die Hand gedrückt. Richtiges Verhalten bei Erdbeben, Tsunamis und wie man Trinkwasser aufbereitet. Julian sah mich schockiert an. Da die Merkblätter spanisch geschrieben waren, verstand er natürlich gar nichts. Die Wasseraufbereitung hat ihn fertig gemacht. Auf meine Frage ob er keinen Filter und keine Wasseraufbereitungstabletten dabei habe, schüttelte er nur entsetzt den Kopf. 

Die Ausreise aus Argentinen war ein Klacks. Wir mussten nur an 2 Schaltern anstehen und da die Busse nach Chile zur Zeit viele freie Sitzplätze haben dauerte das Ganze Prozedere auch nicht lange. Es folgte die Einreise nach Chile. So ein Grenzübertritt in Südamerika hat immer etwas überraschendes. Wir mussten uns in einer Reihe aufstellen, Julian immer an meiner Seite.  Die Einreiseformulare wurden eingesammelt. Anschliessend mussten wir alle gemeinsam vortreten und unser Handgepäck auf einen langen Tisch legen. Jetzt kamen die Hunde und suchten verbotene Substanzen, also Früchte, Käse und Fleisch. Ich muss wohl nicht erwähnen das sich der Hund ganz speziell für mein Handgepäck interessierte. Jetzt war es an Julian mir einen triumphierenden Blick zu zuwerfen.  Der Hund fand natürlich nichts. Jetzt wurde unser ganzes Gepäck, auch das Handgepäck, noch geröngt. Dann hiess es zurück in den Bus. Dort vermisste ich Julian…. sein Gepäck wurde zerlegt… jetzt triumphierte ich. Aber nur ein bisschen.

Die restliche Fahrt verlief ganz ruhig. Nachdem wir vorher auf über 3000 Meter hochgefahren sind, hiess es nun den Pass wieder runterzufahren. Am späteren Nachmittag kamen wir dann in Santiago an.  Ich besorge mir am Busbahnhof immer einen Stadtplan. Julian fand das eine Gute Idee. Er folgte mir wie ein Schatten. Du sprichst wenigstens die Sprache, war sein Argument. Da Julian bereits ein Hotel gebucht hatte, überlegte ich mir ob ich einfach mit ihm gehen sollte. Ich hatte nämlich noch keine Unterkunft gebucht. Nachdem wir den Stadtplan hatte, stellte sich herraus, dass die Lange von seinem Hotel nicht so toll war. Schade. In Santiago gibt es eine U-Bahn und Julian wollte mit der U-Bahn zu seinem Hotel fahren. Ok. Gegen U-Bahn ist ja nichts einzuwenden. Als wir im Untergrund auf unsere Bahn warteten wollte Julian nochmals eine Übersetzung der Erdbeben Merkblätter. Nach kurzem Zögern habe ich ihn dann gefragt ob er meine das U-Bahn fahren in einem Erdbeben Gebiet eine gute Idee sei. Der Arme wurde ganz blass.  Ich entschied mich dann an einer anderen Station auszusteigen und habe mich schnell von Julian verabschiedet und ihm eine gute Weiterreise gewünscht.

Ausflug in die Berge

March 29th, 2010

 

Leider musste ich nach meinem Ausflug in die Welt des Weins am nächsten morgen früh raus. Der Bus sollte mich um 07:30 abholen. Vorher wollte ich unbedingt einen Kaffee trinken und etwas essen. Vorallem weil wir doch auf über 4000 Meter hoch fahren würden. Mein Bus kam dann um 08:20. Ich habe noch immer Probleme mit den Zeitangaben und stehe bereit wenn es heisst ich komme dich um 07:30 abholen.

Diesesmal sassen im Bus nur Argentinier. Somit war die Sprachwahl auch klar. Die Reiseleiterin nahm keine Rücksicht auf meine schwachen Spanischkentnisse. Ich nahm dafür keine Rücksicht als es um das obligatorische Trinkgeld ging.

Soviel wurde noch nie auf mich eingequatscht. Nachdem ich inzwischen ganz gut auf Standard Fragen antworten kann, wurde ich gleich zur Politik befragt. Da musste ich passen. Meine Mitreisenden liessen aber den ganzen Tag nicht locker. War sicher nicht schlecht für meinen Sprachschatz. Allerdings wollte ich ja wandern und Berge gucken und nicht Wörter büffeln.

Kaum hatten wir Mendoza hinter uns gelassen wurde einem klar das Mendoza eigentlich eine Wüste ist. Wir haben an diesem Tag den höchsten Berg Südamerikas gesehen den Aconcagua. Der Aconcagua ist 6959 Meter hoch. Das ist schon beeindruckend.  Weiter ging es zum Paso de la Cumbre. Die Piste auf den Grenzpass zwischen Chile und Argentinien ist nichts für Leute mit schwachen Nerven. Meine neugewonnen Freunde hielten alle ein Heiligenbild in der Hand und beteten. Netterweise wollten sie mir auch so ein Bildchen geben. Das musste ich ablehnen. Notfalls hätte ich Milkey Mouse aus dem Rucksack gezogen.

Beim Cristo Redentor durften wir aussteigen. Die Brise hat uns fast umgehauen. Ausserdem war es auf 4000 Metern auch ganz schön frisch.

Nachdem wir uns mit einem Mittagessen gestärkt hatten ging es weiter zur Puente del Inca.  Der Name lässt vermuten das die Incas diese Brücke gebaut haben. Die Brücke entstand aber durch Erosion und eine schwefelhaltige Quelle färbte das Ganze gelb. Bis 1953 gab es hier ein Thermalbad. Dieses wurde aber durch einen Erdrutsch zerstört. Wegen Einsturzgefahr darf man sich die Inkabrücke nur von einem Aussichtspunkt anschauen und nicht mehr begehen.

Mir hat die Landschaft wahnsinnig gut gefallen. Leider durften wir aber wegen der Höhe nicht wirklich viel rumlaufen und mussten immer in der Nähe des Vans bleiben. Vielleicht komme ich ja nochmals in die Gegend. Dann würde ich hier gerne wandern gehen und vielleicht sogar versuchen auf den Aconcagua zu klettern. Muss ja nicht gleich der Gipfel werden.

Dieses Bild

March 29th, 2010

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Mendoza

March 29th, 2010

Das mit dem Nachtbus ist so eine Sache. Einerseits ist es unglaublich praktisch am Abend in den Bus zu steigen und am nächsten Tag, zerknittert, am nächsten Ort anzukommen…Andererseits ist gegen ein richtiges Bett oder wenigstens eine Luftmatratze eben auch nichts einzuwenden.

Mein Bus hatte, netterweise, Verspätung. Das fand ich persönlich nicht gerade angenehm.Der Busbahnhof von La Rioja war ja Kakerlaken-verseucht.  Dann gab es einen Wolkenbruch und die Kakerlaken waren weg. Uff. Allerdings kam mein Bus noch etwas später, tja Pech.

Leider gab es nach Mendoza nur einen Bummelbus. Das heisst ab 06:00 morgens hielt der Bus alle 30 Minuten an. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Schliesslich wollte ich meine Busstation auch nicht verpassen. Die Stationen werden nicht gerade deutlich angeschrieben und der Busbegleiter sieht es auch nicht als seine Aufgabe an einem zu sagen das dies jetzt die gewünschte Station sei.

Müde stieg ich schliessich in Mendoza aus um gleich vom eifrigen Hostal-Besitzer Mario abgefangen zu werden. Für Wiederstand war ich zu schlapp und liess mir von ihm sein Hostal zeigen. Da das Hostal schmutzig aber die Lage gut war, entschloss ich mich zu bleiben.  Mario hat mir gleich noch 2 Ausflüge verkauft. Wie gesagt, man hätte alles mit mir machen können.

Nach einer Dusche und einem Frühstück mit richtigem Kaffee ging es zur Stadtbesichtigung los. Mendoza ist relativ gross mit ca. 700’000 Einwohnern. Eine schöne, saubere und ruhige Stadt mit breiten Alleen. Da es in der Gegend relativ viele Erdbeben gibt, sind die Gebäude eher neu und modern.  Aus der Region Mendoza kommt ein Grossteil des argentinischen Weins. Darum dürfte wohl klar sein wie ich meinen Nachmittag verbracht habe…. Yep. Weingutbesichtigung. Da es inzwischen fast 40 Grad warm war und ich auch nicht wirklich geschlafen hatte, besorgte ich mir ein Sandwich und etwas zu trinken und habe mich erstmal in den Schatten gelegt.

Die Tour war dann super lustig… kann man sich wahrscheinlich gut vorstellen. Im Bus sassen schon ca. 15 Leute als ich einstieg. Der Reiseleiter, ein Mann von mindestens 80 Jahren, konnte sich nie merken wieviele Leute in den Bus rein müssen. Er hat uns dauernd gezählt und das Ergebnis mit seinen Unterlagen verglichen.  Zuerst besichtigten wir eine Olivenölproduktion. Öl degustieren. Die Belgier fanden das ein bisschen Unnötig. Ich war aber froh nochmals etwas Boden im Magen zu haben. Nachher ging es los. 2 Weingüter haben wir besichtigt. Die Wahl mit der englischsprechenden Gruppe auf Tour zu gehen hat sich als Richtig erwiesen. Die Jungs haben fröhlich losgebechert und die Stimmung in unserer Gruppe war ziemlich augeräumt. Zum Schluss haben wir eine Schokolade und Likörproduktion besucht. Ehrlicherweise hätte mein Magen das nicht mehr gebraucht…. aber ich habe mir die Liköre und auch die Schoggi fröhlich in den Kopf gehauen.

Da ich für den nächsten Tag einen Ausflug in die Berge geplant hatte, wurde es leider kein langer Abend. Wäre aber sicher noch viel lustiger geworden.

Parque Provincial Talampaya

March 22nd, 2010

 

Talampaya bedeutet auf Quechua “trockenes Tal des Tala”. Trocken und heiss war es dann auch hier. Am Parkeingang wurde das Auto abgestellt und man musste sich einer offizellen Führung anschliessen. Diese Führung war eine Bustour. Fand das in Ordnung. Immerhin war es 40 Grad warm. Busfahren mit gelegentlichem Aussteigen und sich erklärungen anhören fand ich Gut. Natürlich musste ich auf meinen Bus warten. Man empfahl mir den Besuch des Souvenirshops sowie des Restaurants. Mhm.  Da ich auch bei den tollsten Souvenirs standhaft bleibe und nichts kaufe, habe ich mir dann wenigstens 2 Liter Wasser geleistet und diese auch gleich getrunken.

Als der Bus ankam stiegen 8 Personen aus. Ich frohlockte. Diesesmal war ich wenigstens nicht alleine. Da kam auch schon der Führer mit Computerausdruck in der Hand. Er fragte mich nach meinem Namen und meinem Voucher. Als alles in Ordung war, durfte ich in den Bus. Beim Einsteigen blickte ich kurz auf den Ausdruck. Da stand nur ein Name drauf. Toll. Einen Minibus für mich alleine. Na ja, da war neben dem Fahrer auch noch der Touriführer.  Der arme Mann gab sich wirklich Mühe.  Wir sahen aber auch einiges. Pumaspuren zum Beispiel. Einige Tiere die ich noch die gesehen habe… leider kenne ich den Namen der Tiere auch nicht. Sie sahen ein bisschen aus wie Kaninchen. Fotos habe ich keine :-) .

Beeindruckend waren die Felszeichnungen und die vom Regen und Wind geschaffenen Felstürme.  Kein Wunder wurde Talampaya im Jahre 2000 als UNESCO World Heritage aufgenommen. Der Ausflug hat sich gelohnt. Hach ja. Als wir zum Touri-Zentrum zurück kamen, standen da sicher 20 Leute rum die auf den nächsten Bus warteten…

Die Rückfahrt haben Santiago und ich wieder schweigend verbracht. Ich war hundemüde als wir wieder in La Rioja ankamen. Alles was ich jetzt wollte waren eine Dusche und saubere Kleider. Natürlich bekam ich nichts davon. Es gab ein Glace und dann hiess es weiter. Intelligenterweise hatte ich mir schon wieder einen Nachtbus gebucht.

Valle de la Luna

March 22nd, 2010

Ich war froh, dass ich für meinen 2. Tag in La Rioja einen Ausflug in die Nationalparks gebucht hatte. Freute mich auch auf andere Traveler.

Abgeholt wurde ich für meinen Ausflug um 07:00 morgens von einem Fahrer. Er kam in seinem Privatwagen. Das hat mich um 07:00 morgens nicht gross irritert. Um diese Zeit  hinterfrage ich fast nie etwas. Ich dachte wir würden die weiteren Teilnehmer später treffen und dann auch das Auto wechseln. Als wir auf die Autobahn einbogen, fragte ich den Mann dann doch mal wieviele Leute ausser mir an diesem Ausflug noch teilnehmen. Santiago knurrte mir eine Antwort entgegen. OK, ich hatte verstanden. Der Ausflug fand wegen mir statt. Ich überlegte mir noch kurz ob ich ihn fragen soll ob er allenfalls englisch sprach, unterliess diese Frage wegen seiner Laune.

Die Fahrt war aber eigentlich recht angenehm. Im Park angekommen wurden wir in eine Wagen-Karawane, von 3 Autos, eingereiht. Endlich Touris.

Auf der Fahrt kamen wir an fantastischen Steinskulpturen vorbei welche durch Erosion geschaffen wurden. Irgendwie erinnerte mich der Park teilweise an den Bryce Canyon und zwischdurch sah es wirklich ein bisschen so aus wie man sich eben eine Mondlandschaft vorstellt.  Im Valle de la Luna wurden die ältesten Saurierskelette der Welt gefunden.

Aegypten?

March 22nd, 2010

Nein. Das ist eine Gesteinsformation aus dem Valle de la Luna

La Rioja

March 18th, 2010

Von Cordoba ging es weiter nach La Rioja. Allerdings nicht mit dem Nachtbus. Schliesslich sehe ich die Landschaft auch mal gerne. Die Sitzplatzverteilung ist immer ein bisschen Glücksache wenn man spät bucht. Doch diesesmal schien ich Glück zu haben.  Immerhin war mein Sitzplatz nicht direkt unter den Lautsprechern. In Bussen haben sie meistens 2 Arten von Unterhaltung. Musik. Das kann alles heissen von den grössten 80er Jahren Discohits bis zur Volksmusik. Die 2. Option heisst Film. Grundsätzlich scheinen aber nur Action oder Horrorfilme gezeigt zu werden. Kann nur sagen es ist nicht so toll unter den Lautsprecherboxen zu sitzen.

Leider war ich schon wieder vom Pech verfolgt. Die Lüftung über mir war defekt. Sie kannte gerade mal eine Stufe. Orkan. So platt waren meine Haare noch überhaupt nie. OK, draussen waren knapp 40 Grad und ich sass in meiner Winterjacke und Halstuch da… aber hey, immerhin nicht direkt unter dem Lautsprecher.

Als wir in La Rioja aus dem Bus ausstiegen, stand unser Gepäck schon draussen. Neben dem Gepäck und uns bevölkerten sicher noch ein paar tausend Kakerlaken den Busbahnhof. Mein Rucksack stand mitten in den Kakerlaken… Ich ging hin und hob den Rucksack hoch. Leider habe ich die Rechnung ohne den Kofferträger gemacht. Ohne Trinkgeld wollte er meinen Rucksack nicht rausrücken. Also Geld gegen Rucksack.

La Rioja war dann eher eine Enttäuschung. Ich würde La Rioja als grösseres Dorf bezeichnen. Da es aber gemäss Reiseführer der Ausgangspunkt zu 2 Nationalparks ist, nahm ich die Stadtbesichtigung unter die Füsse. Neben der obligatorischen Plaza de Mayo gab es nicht wahnsinnig viel zu sehen. Da es aber heiss war und ich endlich etwas Zeit hatte, habe ich diese für eine Siesta genutzt. Auch nicht schlecht.