Arusha

October 8th, 2011

 

Nach einer erholsamen Nacht in einem Bett sowie einem Frühstück bei dem wir uns von neuankömmlingen bewundern liessen, ging es weiter nach Arusha.  Vorher mussten wir uns von den beiden Iren verabschieden.  Wir waren alle ein bisschen traurig. In den 5 Tagen auf dem Kili sind wir uns alle recht nahe gekommen. 

Auf der Busfahrt nach Arusha haben wir uns gefragt wie wir den Tag wohl verbringen werden. Haben wir immer noch Stromausfall, müssen wir alle, unsere Kleider im Hotelzimmer waschen und irgendwie für den nächsten Tag  und die Safari trocknen kriegen oder haben wir tatsächlich Strom und somit sowas wie ein Freitag?.

Die Fahrt von Moshi nach Arusha dauert ungefähr eine Stunde. Da ich nun bereits eine Woche in Afrika war, fand ich es langsam an der Zeit den Kilimanjaro auch mal zu sehen. Leider wieder nichts. Der Berg verhüllte sich auch jetzt wieder im Nebel.

Wir kommen in der Lodge an. Erste Frage: Habt ihr Strom? Antwort: Ja. Zweite Frage: Habt ihr einen Wäscheservice? Antwort: Ja. So zufrieden haben wir alle lange nicht mehr ausgesehen. Die Aussicht auf saubere Kleider und erst noch die Möglichkeit auch was von Arusha zu sehen hat unsere Laune merklich gebessert.

Gemeinsam mit ein paar anderen und einem Guide machen wir uns auf um Arusha  zu entdecken. Eine wirklich spannende Stadt mit vielen Gegensätzen.  Der Markt gefällt mir besonders gut. Hier gibt es alles zu kaufen. Am besten gefällt mir der Schuhverkauf. Hier würde ich am liebsten stehen bleiben und schauen wie sich die Leute aus den riesenhaufen Schuhen ein Paar aussuchen/finden.

Im Hotel treffen wir auf Victor aus Oesterreich sowie Kate aus Australien. Sie werden mit uns auf Safari gehen. Ausserdem sollen noch 2 weitere Personen mit uns auf Safari gehen. Wir sind gespannt. Kate und Victor sind schon mal total cool. Sie feiern gleich mit uns mit. Wir feiern nämlich Maikes Geburtstag und ein bisschen auch uns….

Runter kommen sie immer

October 2nd, 2011

Nach 4h erreichen wir die Horombo Hütte.  Die Nacht werden wir im Massenlager oberhalb des Speisesaals verbringen.  Wir finden die Tatsache ein Bett zu haben schon mal hervorragend. Nachdem wir unsere Dinge in die Ecke geschmissen haben warten wir auf die Anderen.

Nach einer Weile tauchen sie auf. Total fertig. Ich schleppe ein Teil des Gepäcks hinter den  Jungs her. Die lassen sich nur noch auf die Betten fallen.  Wie immer gibt es Tee und Popcorn. Bin fast die Einzige die sich zum Tee schleppt. Beim Nachtessen sind wir wieder komplett. Hunger hat aber fast keiner.  Graham und Bav ist immer noch speiübel. Der Rest klagt über Kopfschmerzen. Was soll ich sagen… mir geht es gut.  Trotzdem sind wir alle froh als wir in den Schlafsäcken liegen. Graham findet seine Stirnlampe nicht mehr. Kein Problem, wir liegen ja Kopf an Kopf. Er soll meine benutzen. Insgeheim hoffe ich, dass er ins Komma fällt und nicht die ganze Nacht im Zimmer rumtapst.

Kaum liegen hier, höre ich ein leichtes kratzen. Lampe an. Da kommt, genau auf meiner Kopfhöhe, eine Maus aus der Wand. Ich verscheuche sie.  Nach kurzer Zeit kommt sie wieder. Nochmals verscheuche ich die Maus. Dann ist mir die Maus egal. Ich will schlafen.  Wir schlafen tatsächlich nicht schlecht. Um 05:00 ist die Nacht allerdings schon wieder vorbei. Aufstehen, waschen (na ja), und Frühstücken. Dann nehmen wir den Abstieg in Angriff. Da wir immer noch auf 3700 Metern sind, ist es kühl. Wir laufen in Handschuhen und Winterkleidern los. Bald kommt aber die Sonne und wir ziehen Kleiderschicht um Kleiderschicht aus.

Endlich können wir auch die Landschaft bewundern. Die Sonne scheint und wir finden alles ganz herrlich.  Sogar den Krater welchen wir am ersten Tag nur erahnen konnten sehen wir jetzt. Wir haben auch Zeit um eine Affenfamilie zu beobachten. Mittagessen gibt es in der Mandara Hut. Zur Feier des Tages werden uns Spaghetti und Coca Cola aufgetischt. Auf einmal haben alle wieder Hunger.  Die letzten gut 2 Stunden bis zum Gate schaffen wir auch noch.

Kaputt sinken wir auf die Sitze im Bus. Geschafft. Aber richtig. Kaum sitzen wir stellen wir fest, dass wir wie eine Herde wilder Tiere riechen.  Wir versuchen die Fenster aufzureissen. Jetzt eine lange heisse Dusche… dannach ein kaltes Getränk und vorallem die Kleider waschen.

Gutgelaunt kommen wir im Hotel an und treffen auf Leute die es nicht bis zum Gipfel geschafft haben. Wir unterhalten uns kurz und wollen jetzt unter die Dusche. Leider haben wir Stromausfall. Das heisst…. kalte Dusche, keine saubere Wäsche und keine kalten Getränke. 

Während ich mir überlege ob ich unter kaltem Wasser überhaupt sauber werde, wollen die Guides uns die Diplome übergeben und ihr Trinkgeld sehen.

Wir lachen uns schlapp als wir merken, dass Eamon kein Diplom aber seine Schwester 2 Diplome erhält. Ziemlich trocken meint Eamon… ein Diplom welches mit Tipp-Ex bearbeitet wurde gilt vermutlich nicht mehr.

Geschafft

October 2nd, 2011

 

Um 23:00 werden wir geweckt. Wobei wecken ein bisschen der falsche Ausdruck ist da keiner von uns geschlafen hat. Langsam kriechen wir aus den Schlafsäcken und montieren gleich nochmals eine Lage Kleider. Dann gibt’s Frühstück. Keiner hat Huger. Wir versuchen aber alle etwas zu essen. Ich esse Porridge. Ist schliesslich gesund und warm. Dann heisst es Stirnlampen montieren und raus vor die Hütte. Bav braucht eine Zigarette, der Rest von uns eine Toilette. Wir stehen zitternd und bibbernd in der Kälte. Unklar ob wir wegen der Kälte oder der Aufregung zittern. Dann geht es Schlag auf Schlag. Wir sollen unsere kleinen Tagesrucksäcke mit dem Wasser und dem Fotoaparat den Hilfsführern übergeben.  Dannach werden wir in 3 Gruppen aufgeteilt. Ich laufe in einer Gruppe mit Maike und Guy. Nach wenigen Metern realisiere ich, dass ich wohl in der schnellsten Gruppe bin. Mir wird schlecht. Himmel, auch das noch. Bin ich die erste die aufgibt? Ich bitte den Guide stehen zu bleiben. Das ist gar nicht so einfach. Der Typ spricht nur Suaheli und ich habe die einfachsten Worte auf Suaheli vergessen. Schliesslich stehen wir still. Endlich kann ich kurz durchatmen und meine Nase putzen. Danach geht es mir besser.

Unser Hauptguide Suleiman hat uns eingeholt und stellt uns nochmals in eine Einerkolonne. Dann gehts ab. Mist, wollte doch Suleiman nochmals nach den wichtigsten Wörtern in Suaheli fragen (Wasser, Pause und vorallem ” ich klapp gleich zusammen wenn wir mit diesem Tempo weitergehen”). 

Wenigstens weiss ich was langsam heisst. Pole, Pole. Nachdem wir 3 Tage lang Pole, Pole den Berg hochgeschlichen sind, schnuppert der Hilfsguide den Gipfel. Da will er hin. Als erster, falls möglich.  Wir überholen Gruppe um Gruppe. Wanderen die Anderen im Zick-Zack, gehen wir auch mal gerade den Berg hoch. Irgendwie schaffen wir es an die Spitze. Pause ist nicht. Langsam werde ich sauer. Mir ist kalt und ich habe Durst. Ich will eine Pause.  Maike schafft es den Guide von einer Pause zu überzeugen. Geschafft werfen wir uns auf den nächsten Felsen. Ich stehe allerdings gleich wieder auf. Mein Hintern gefriert.  Wir grinsen bereits wieder in die Gegend.  Es ist cool an der Spitze zu gehen.  Weiter geht’s. Plötzlich fängt Guy an schwer zu atmen. Ich drehe mich um. Frage ob es ihm gut geht. Er schüttelt den Kopf und übergibt sich und ist völlig fertig. Maike zieht sogar ihre Handschuhe aus um seine Finger zu wärmen. Zu sowas bin ich nicht fähig. Meine Finger sind selbst eiskalt. Ich reiche ihm Kleenex und umarme ihn. Schon gehts weiter.  Der Guide will jetzt so schnell wie möglich zum Gipfel.

Ich versuche dem Guide auf den Fersen zu bleiben. Bleibe dann immer wieder stehen und leuchte Maike und Guy den Weg.  Es geht steil nach oben und der Weg ist von Kies und Sand bedeckt. Man rutscht leicht aus. Als wir auch noch über Felsblöcke klettern müssen, wird Guy gezogen und gestossen.  Wir erreichen Gilman’s Point auf 5681 Metern. Erleichtert fallen wir uns in die Arme.  Kurz nach uns treffen Eamon und Eimear ein. Eamon hat sich bereits 7 mal übergeben. Eimear nur 2 mal. Aber sie hatte Durchfall. Eine Horrorvorstellung. Sie hat sicherheitshalber schon 2 Immodium geschluckt.

Isa ein weiterer Guide kümmert sich jetzt um Guy. Guy will unbedingt fotografiert werden.  Mit meinen eiskalten Fingern kann ich den Fotoaparat aber nicht halten. Isa übernimmt. Guy wirft sich in Pose. Dann geht es weiter. Plötzlich steht Guy an der Spitze der Gruppe. Ich glaube ich spinne. Vorher will der Junge sterben, lässt sich von uns verhätscheln und dann geht er ab? Nach ca. 20 Minuten fragt Guy dann nach. Wie lange dauert es noch bis wir wieder unten sind? Äh… wir sind noch auf dem Aufstieg.  Das gibt ihm den Rest. Er übergibt sich nochmals.  Wenig später erwischt es auch Maike.  Mir geht es immer noch gut. Wir nähern uns Stella Point. Hier gibt es nochmals eine kurze Pause.  Jetzt ist der Gipfel aber in Sichtweite. Die letzten 100 Höhenmeter ziehen sich allerdings unendlich in die Länge.  Dann haben wir es geschafft. Wir erreichen Uhuru Peak auf 5895 Metern tatsächlich bei Sonnenaufgang.

Dann geht alles sehr schnell. Wir werden zum Gipfelschild geschoben, fotografiert und schon sind wir auf dem Retourweg.  Jetzt werde ich bockig. Ich latsch doch nicht fast 4 Tag um nicht mal 10 Minuten die Aussicht geniessen zu können.  Aber da ist nichts zu machen. Nächster Halt ist dann erst wieder Gilmans Point. Hier essen wir etwas und schauen den Berg runter. Zum ersten mal sehen wir den Zick Zack Weg. Wir gehen aber so ziemlich gerade runter. Quer durch’s Geröll. Das macht richtig Spass.

Um kurz vor 09:00 morgens sind wir dann wieder in der Kibo Hütte.  Ich muss dringend mal auf’s WC. Rascher als mir lieb ist gehe ich in die Knie. Hoffentlich komme ich wieder hoch ohne absitzen zu müssen oder ohne mit den Händen den Boden berühren zu müssen. Aber auch das klappt. Glück gehabt.  Dann geht es ab in den Schlafsack. Wir warten auf die Anderen. Um 11:00 kommt Graham angewankt. Wenig später Bav. Von John fehlt jede Spur. Wir fragen Isa nach John. Er sagt, John komme mit 2 Guides runter. Tatsächlich, John wankt wenig später auch in die Hütte. Jetzt sollen wir was essen und weitergehen. Wir müssen runter in die nächste Hütte auf 3700 Metern. Das heisst nochmals 4h tschumpeln. Bav motzt. Graham heult fast und John sagt überhaupt nichts mehr. Wir anderen müssen jetzt los. Die restlichen Gruppenmitglieder, Bav und die beiden Schotten,  dürfen sich nochmals hinlegen.

Kili, Tag 3

October 2nd, 2011

Morgens werden wir von den Trägern mit heissem Tee geweckt. Im Schlafsack wird der Tee geschlürft und dann versuche ich mich möglichst im Schlafsack umzuziehen. Nach Aufstehen ist mir überhaupt nicht. Trotzdem schaffe ich es raus.

Wow.  Jetzt sieht die Welt schon ganz anders aus. Die Sonne scheint und unter uns ist ein Wolkenmeer. Die Aussicht ist, genau wie die Stimmung, hervorragend.

Wir wandern los. Noch hat es Büsche. Nach 30 Minuten bewegen wir uns zum ersten Mal in die Büsche.  Nach 2 weiteren kurzen Pausen verändert sich die Landschaft. Jetzt gibt es keine Büsche mehr. Jetzt gibt es nur noch Steine und Staub.  Die Fernsicht ist toll. Neben dem Gipfel sehen wir auch den Weg. Kilometerweit.

Da es tatsächlich keine Büsche mehr gibt, hat es wenigstens WC Häuschen.  Zu zweit steuern wir auf so eine Hütte zu.  Türe auf. Ich muss da wohl rein, die Männer nicht. Sie weigern sich, verständlicherweise.

Noch wanderen wir in T-Shirts. Es wird jedoch kühler. Bei jedem Halt werden neue Kleidungsstücke aus dem Rucksack gezogen. Bald haben wir Jacken und Handschuhe an.  Noch ein Halt und dann haben wir die Hütte erreicht. Das ist jetzt bereits die letzte Hütte vor dem Gipfel.

Wir werden in ein winziges Zimmer gebracht. Hier können wir etwas essen und uns ausruhen.  Ich ziehe meine letzte saubere Wanderhose aus dem Gepäck.  Dann werden die Kleider übereinander angezogen.  Unser Guide fragt nach wie es uns geht. Alle jammern. Na ja, ich nicht. Mir geht es gut. Keine Kopfschmerzen, kein Durchfall und kein Erbrechen. Alle anderen verabschieden sich in regelmässigen Abständen und verlassen die Hütte. 

Wir sollen uns hinlegen und versuchen bis um circa 23:00 zu schlafen. Dann gibt’s was zu essen und wir gehen los. Als kleine Ermunterung wird erwähnt, dass wir uns keine Sorgen machen sollen wenn wir uns erbrechen. Das sei Normal. Danke. Erst so ab 7 oder 8 mal erbrechen müssten wir uns überlegen umzukehren. Das macht mir jetzt unglaublich Mut. Ich sehe in den Gesichtern der Anderen auch leichtes entsetzen.  Was machen wir hier? Spinnen wir total?

Dann folgt das Lic hterlöschen. Keiner spricht mehr, keine Witze, nichts. Graham bleibt sich selbst treu und trottet jede Stunde raus in die Kälte und auf’s WC. Der Rest von uns stellt sich schlafend.

Kili, Tag 2- This is no Joke

October 1st, 2011

Am nächsten Morgen treffen wir uns, mehr oder weniger ausgeschlafen, zum Frühstück. Wir werden ermahnt mindestens 3 Liter Wasser während des Tages zu trinken. Besser wären 4 Liter. Pflichtbewusst kippen wir alle 2 – 3 Tassen Tee runter. Gibt hier ja schliesslich WC’s.  Zum reichhaltigen Frühstück gehört auch Porridge. Dieser Porridge hat die Farbe und Konsistenz von Ovomatline gemischt mit Bratensauce. Da es draussen noch kalt ist, esse ich ein bisschen von dieser Suppe.

Dann geht’s los.  Nach einer halben Stunde verlassen wir so langsam den Regenwald und kommen in eine Voralpine Gegend. Hier gibt es vorallem Büsche und Sträucher.  Um diese Büsche und Sträucher sind wir alle froh. Bei 3 Liter Wasserkonsum muss mann sich doch sehr regelmässig in die Büsche begeben. Der Himmel ist noch immer bedeckt. Kommt die Sonne zwischendurch raus, wird es heiss. Wir schätzen die Wolken und gehen nach wie vor gemütlich weiter.  Plötzlich sehen wir wie eine Frau auf einer Bahre runtergetragen wird.  Wieder beschleichen uns mulmige Gefühle. Weiter geht’s. Auf der nächsten Trage liegt ein Mann. Total von einem Schlafsack zugedeckt. Banges Fragen… lebt der noch? Uns wird langsam klar, diese Wanderung ist kein Witz. Hier kann es echt gefährlich werden. Beim nächsten halt fragt Graham die Gruppe was wohl passiert wenn einer von uns stirbt. Geht der Rest dann weiter? Wir sind alle ein bisschen sprachlos.

In relativ gedämpfter Stimmung erreichen wir die nächste Hütte auf 3700 Metern.  Es ist jetzt später Nachmittag. Wir legen unsere Sachen in die Hütten, waschen uns mit den uns zugeteilten 2 dl Wasser und trotten dann in den Speiseraum.  Bei Popcorn und Tee erwachen unsere Lebensgeister langsam wieder und wir lachen und machen Witze über unser Aussehen. Es ist inzwischen nämlich saukalt geworden und wir tragen so ziemlich alles an Kleidern was wir dabei haben. Ausserdem sind meine Lippen sind ganz blau, Augenringe wegen Schlafmangel haben wir alle.  Ansonsten geht es mir gut. Alle anderen haben Kopfschmerzen. Tabletten werden rumgereicht.  Nach dem Tee geht es auf den Abendspaziergang. Wir versuchen jeden Abend nochmals ein paar Höhenmeter zu gewinnen und kehren anschliessend in die Hütten zurück.

Nach dem Abendessen geht es in die Hütten und in den Schlafsack. Es ist jetzt bitterkalt. Mir ist klar, hier bringt mich so schnell keiner mehr raus. Tja, schon vor Mittnacht melden sich die 4 Liter Wasser.  Ich überlege, halte ich das jetzt noch 6 Stunden aus? Nop. Keine Chance. Wanderschuhe, Winterjacke und Stirnlampe an und auf geht’s. Kaum zurück im Schlafsack habe ich Durst. Ich glaube ich spinne. Aber ich muss was trinken.  Geschlafen haben wir alle schlecht. Jeder hatte Albträume oder konnte überhaupt nicht schlafen. Das ist normal, sagt man uns am nächsten Morgen.

 

Kili, Tag 1

October 1st, 2011

Nach dem Frühstück gehts los.  Gepäckstücke welche wir nicht brauchen werden in die Gepäckaufbewahrung gebracht, der Rest wird in den Bus verladen. Unsere Nummer 8 fehlt noch immer. Plötzlich kommt jemand angehetzt. Bav, ein in London geborener Inder. Er sieht uns und unsere Ausrüstung und braucht zuerst mal eine Zigarette. Also, wieder raus aus dem Bus. Irgendwann sind wir alle drinnen.  Unsere Guides müssen stehen, der Bus ist bereits voll. Wir rollen los und kommen bis ans Hotelgate. Erster Stopp. Hier werden mehr Gepäck und nochmals 4 Touris geladen. Nach einer gefühlten Ewigkeit geht es los. Nach nur 3 weiteren Stopps und einer WC Pause näheren wir uns “dem Berg”.  Der Berg liegt im Nebel und gesehen habe ich ihn auch noch nicht. Überlege mir ob das Gut oder schlecht ist. 

Wir sind jetzt bereits im Regenwald. Dieser macht seinem Namen alle Ehre. Es schüttet wie aus Kübeln als wir aus dem Bus aussteigen.  Leicht überfordert suchen wir Regenjacken und Regenschutz für die Rucksäcke hervor. Das Gepäck welche die Träger tragen wird auf den Weg gelegt. Bin jetzt wirklich froh, dass ich alles in Plastiksäcke verpackt habe und die Tüten in 2 übereinandergestülpte Taschen verstaut habe.

Wie aus dem nichts werden wir von fliegenden Verkäufern umringt.  Innerhalb weniger Sekunden liegen mir 2 schwarze zu Füssen und ziehen mir Stulpen an.  Ich würde sie am liebsten treten, denn auf thanks… but no thanks reagieren sie nicht. Ich lasse mich davon überzeugen, dass eine Kili Besteigung ohne Stulpen unmöglich ist und zahle gleich mal 15 Dollar Mietgebühr.  Die Stulpen erweisen sich tatsächlich als hilfreich. Am ersten Tag gegen die Feuchtigkeit und an den anderen Tagen verhindern sie das eindringen des Staubes.

Weiter gehts zum Gate wo wir uns einschreiben müssen und dann gehts los. Pünktlich zum Abmarsch stoppt der Regen. Jetzt ist es feucht-heiss.  Die Regenjacke bleibt aber am Körper da es von den Bäumen runtertropft.

Mit Herzklopfen wandern wir los. Ich unterhalte mich mit Graham. Er ist zur Vorbereitung schon mal auf 1300 Meter gewesen.  Ich schaue ihn an. Meint er echt dass das Hilft? Wir sind jetzt schon auf 1800 Metern und Übernachten auf 2800 Metern.

Die Wanderung ist schön und wir gehen sehr langsam.  Es ist überhaupt nicht anstrengend und unsere Laune wird immer besser.  Wir sehen Affen und hören Vögel. Alles wunderbar.  Die Träger gehen das erste Wegstück auf einem anderen Weg.  Auf diesem Weg können sogar Autos fahren wie wir gleich erfahren sollten. Uns kommt nämlich ein Krankenwagen entgegen.  Es wird einem schon ein bisschen flau im Magen und die Realität setzt wieder ein.

Am späten Mittag kommen wir bei den Hütten an. Wir bekommen Popcorn und werden anschliessend zu einem Krater geführt. Leider sieht man vor lauter Nebel überhaupt nichts.  Anschliessend Abendessen.  Das Essen ist gut. Das Gemüse welches wir jetzt die nächtsten Tage erhalten besteht aus grünen Bohnen, Peperoni und Zwiebeln an einer Sauce.  Da die WC’s  Löcher am Boden sind, bin ich nicht nur begeistert.

Bereits um 8:00 liegen wir in unseren Hütten in den Betten. Die Hütten sind winzig. 4 Personen und das Gepäck finden knapp Platz.  In unserer Hütte ist bald Ruhe. In der anderen Hütte kann Graham nicht schlafen. Er muss sieben Mal aufstgehen. Das letzte Mal findet er die Taschenlampe nicht und geht im Licht des Handys (kein Kommentar) zur Toilette. Auf dem Weg zurück findet er die Hütte nicht mehr und versucht in eine andere Hütte einzusteigen. Als er Licht des Handy erkennt, dass er in der falschen Hütte ist, fällt er vor schreck die Treppe runter und weckt das ganze Camp auf. Maike ist total verängstigt und frägt mich ob das jetzt eine Schlammlawine war. Der rest der Nacht, also noch so 2 Stunden, verlaufen dann ruhig.

 

Erstes Treffen mit der Gruppe

September 30th, 2011

Nachdem ich den Vormittag und teile des Nachmittags mit einem Stadtrundgang durch Moshi verbracht habe, kehre ich müde ins Hotel zurück. Im Hotelzimmer stehen jetzt ein riesiger oranger Koffer, ein grosser Rucksack und sonst noch eine Menge Zeugs. Bin sehr gespannt wem das wohl alles gehört. Gehe nach draussen und warte. Da kommt meine Zimmernachbarin auch schon. Sie heisst Maike und kommt aus Deutschland. Sie ist mir auf anhieb mega sympathisch. Uff, Glück gehabt.

Jetzt sollen wir den Rest der Kili Gruppe kennenlernen. Wir gehen zum Briefing. Dort sitzen die Anderen schon. Da sind Geschwister aus Irland. Sein Name lautet Eamon. Ihr Name verstehe ich erst mal gar nicht. Stellt sich dann später raus das sie Eimear heisst. Auch da sind zwei Freunde aus Schottland, John und Graham. Maike und ich stellen uns ebenfalls vor. Dann heisst es warten. Eigentlich wären wir nämlich zu acht. Es fehlen also noch zwei. Wir entscheiden das Briefing ohne Nummer 7 und 8 zu machen. Leicht Panik in allen Gesichtern. Vorallem als wir hören wieviel Trinkgeld von uns erwartet wird. Das erhalten wir nämlich genau aufgeschlüsselt, 200 Doller pro Person wird erwartet. Maike wird blass. 200 Dollar sind so ungefähr ihr Ferienbudget.  Der Rest nimmts gelassener

Anschliessend gehen wir 6 Essen. Wir verstehen uns auf Anhieb. Grosse Erleicherung. Dann taucht plötzlich Nummer 7 auf. Guy aus Australien.  Auch er total sympathisch und aufgestellt. Im Gespräch stellen wir fest, dass nur John so wirklich hardcore für den Kili trainiert hat. Jetzt bin ich wirklich entspannt. Nachdem ich mich in den letzten 2 Tagen nur mit Leuten unterhalten habe die seit mindestens einem Jahr trainiert haben und zwar minimum an 6 Tagen in der Woche, bin ich jetzt zum ersten mal optimistisch gestimmt. Wenn die das schaffen pack ich das auch.

Kili

September 11th, 2011

Den Berg habe ich bisher noch nicht gesehen. Wohne aber in einem Hotel in dem nur Trekker absteigen. Die Leute begruessen sich hier mit: Warst du schon? Welche Route? Welche Medikamente. Diamox wird hier echt zur Glaubensfrage. Europaer sind eher zurueckhaltend, waehrend Amis alles schlucken was ihnen Tabletten maessig in die Finger kommt. Gestern beim Nachtessen habe ich mit 4 netten, aelteren Herren unterhalten. Sie kamen gerade vom Kili retour. Gemaess ihnen MUSS mann Diamox schlucken, geht nicht ohne. Aha. Einer nimmt mich zur Seite. Hey, wir sind Aerzte und schlucken das Zeugs (ueberzeugt mich nicht, imfall). Sie sind eben auch Amis… Minuspunkte. Mal schauen. Die Medis sind im Gepaeck… ich kann sie also schlucken wenn ich will.

Stromversorgung und Internet

September 11th, 2011

Hier in Tansania herrscht Wasserknappheit. Da der Strom aus Wasserkraft bezogen wird, hat die Regierung beschlossen den Strom 14h pro Tag abzustellen.

Selbstverstaendlich verfuegt jedes Hotel und jeder der es sich leisten kann ueber einen Generator. Bis der anlaeuft, steht man dann halt im Dunkeln oder eben hockt vor seinem Compi und fragt sich… habe ich vorher mal Save gedrueckt?

Wasser haben wir. Da mag ich gar nicht jammern. Powershower waere uebertrieben… aber man wird sauber.

Hach ja, WIFI gibt es hier ueberall. So ist das Angeschrieben. Funktionierendes WIFi habe ich aber noch nicht gesehen. Auch fuer den Bilder upload sehe ich schwarz… mal schauen, vielleicht klappt’s in Arusha.

 

Die Reise

September 11th, 2011

Flugreisen machen mich fertig. Nicht wegen Flugangst sondern wegen Gepaecksverlustangst.

Um es vorweg zu nehmen, ich und mein Gepaeck sind gleichzeitig in Tansania angekommen. Von der Reise selber gibt es nicht viel zu berichten. Auf dem Flug nach Amsterdam sass die Plaudertasche Connie aus Uganda neben mir. Wahnsinn wie hyperaktiv gewisse Leute schon kurz vor 7 Uhr morgens sind.

In Amsterdam kam ich in den Genuss meines ersten Bodyscans. Kaum aus dem Ding draussen, wurde mir an den Busen gefasst.Warum mussten sie mich Scannen wenn die mir eh an den Busen fassen? Nachher wurden mir die Schuhe abgenommen. Wortwoertlich. Da stand ich also in meinen Wandersocken und wartete. Nach einer gefuehlten Ewigkeit sah ich die Wanderschuhe auf einem ganz anderen Foerderband.

Auf dem Flug nach Kilimanjaro sass ich neben einem Personenschuetzer der erst noch witzig und charmant war. Checkpot. Er hat mich mit lustigen Geschichten ueber Justin Timberlake, Camoron Diaz und anderen Unterhalten. Dank Security Guy war ich dann auch unter den ersten welche in Tansania ihre Fingerabdruecke hinterlassen durften. 10 Finger, imfall. Ich war beeindruckt. Tja, dafuer kam mein Gepaeck dann erst sehr spaet, abe immerhin es kam an.