Das mit dem Nachtbus ist so eine Sache. Einerseits ist es unglaublich praktisch am Abend in den Bus zu steigen und am nächsten Tag, zerknittert, am nächsten Ort anzukommen…Andererseits ist gegen ein richtiges Bett oder wenigstens eine Luftmatratze eben auch nichts einzuwenden.
Mein Bus hatte, netterweise, Verspätung. Das fand ich persönlich nicht gerade angenehm.Der Busbahnhof von La Rioja war ja Kakerlaken-verseucht. Dann gab es einen Wolkenbruch und die Kakerlaken waren weg. Uff. Allerdings kam mein Bus noch etwas später, tja Pech.
Leider gab es nach Mendoza nur einen Bummelbus. Das heisst ab 06:00 morgens hielt der Bus alle 30 Minuten an. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Schliesslich wollte ich meine Busstation auch nicht verpassen. Die Stationen werden nicht gerade deutlich angeschrieben und der Busbegleiter sieht es auch nicht als seine Aufgabe an einem zu sagen das dies jetzt die gewünschte Station sei.
Müde stieg ich schliessich in Mendoza aus um gleich vom eifrigen Hostal-Besitzer Mario abgefangen zu werden. Für Wiederstand war ich zu schlapp und liess mir von ihm sein Hostal zeigen. Da das Hostal schmutzig aber die Lage gut war, entschloss ich mich zu bleiben. Mario hat mir gleich noch 2 Ausflüge verkauft. Wie gesagt, man hätte alles mit mir machen können.
Nach einer Dusche und einem Frühstück mit richtigem Kaffee ging es zur Stadtbesichtigung los. Mendoza ist relativ gross mit ca. 700’000 Einwohnern. Eine schöne, saubere und ruhige Stadt mit breiten Alleen. Da es in der Gegend relativ viele Erdbeben gibt, sind die Gebäude eher neu und modern. Aus der Region Mendoza kommt ein Grossteil des argentinischen Weins. Darum dürfte wohl klar sein wie ich meinen Nachmittag verbracht habe…. Yep. Weingutbesichtigung. Da es inzwischen fast 40 Grad warm war und ich auch nicht wirklich geschlafen hatte, besorgte ich mir ein Sandwich und etwas zu trinken und habe mich erstmal in den Schatten gelegt.
Die Tour war dann super lustig… kann man sich wahrscheinlich gut vorstellen. Im Bus sassen schon ca. 15 Leute als ich einstieg. Der Reiseleiter, ein Mann von mindestens 80 Jahren, konnte sich nie merken wieviele Leute in den Bus rein müssen. Er hat uns dauernd gezählt und das Ergebnis mit seinen Unterlagen verglichen. Zuerst besichtigten wir eine Olivenölproduktion. Öl degustieren. Die Belgier fanden das ein bisschen Unnötig. Ich war aber froh nochmals etwas Boden im Magen zu haben. Nachher ging es los. 2 Weingüter haben wir besichtigt. Die Wahl mit der englischsprechenden Gruppe auf Tour zu gehen hat sich als Richtig erwiesen. Die Jungs haben fröhlich losgebechert und die Stimmung in unserer Gruppe war ziemlich augeräumt. Zum Schluss haben wir eine Schokolade und Likörproduktion besucht. Ehrlicherweise hätte mein Magen das nicht mehr gebraucht…. aber ich habe mir die Liköre und auch die Schoggi fröhlich in den Kopf gehauen.
Da ich für den nächsten Tag einen Ausflug in die Berge geplant hatte, wurde es leider kein langer Abend. Wäre aber sicher noch viel lustiger geworden.





