Wirklich gespannt war ich was mich in Santiago wohl erwarten würde. Ich freute mich sehr auf Santiago. Santiago sollte mein Ausgangspunkt für meine Reise in die Mitte von Chile werden. Diesen Plan hatte ich natürlich vor den Erdbeben gemacht. Als ich aus der U-Bahn kam, wusste ich nicht was ich erwarten sollte. In Mendoza wurde mir von einer Reise nach Chile abgeraten und auch im halbgefüllten Bus nach Chile wollten eigentlich die Meisten nur zum Flughafen und Chile schnellst möglich verlassen.
Um es kurz zu machen. Ich ging die Treppe hoch und landete mitten in einer pulsierenden Metropole. Ich war wie erschlagen. Als ich mich umschaute merkte ich das ich zufälligerweise den einzigen nicht beschädigten und somit geschlossenen Aufgang erwischt habe.
Das Leben in Santiago geht weiter. Die Geschäfte sind offen, die Leute gehen ihren Jobs nach und kaufen ein. Im täglichen Leben merkt man eigentlich nicht, dass hier erst gerade ein oder besser mehrere grössere Erdbeben waren. Die Strassenhändler verkaufen Notbeleuchtungen. Da ich aber noch nie in Santiago war kann ich nicht sagen ob sie immer Notbeleuchtungen verkaufen oder eben ihr Sortiment der Situation angepasst haben. Immer wieder kommt man an Absperrungen und muss die Strassenseite wechseln, Strassen haben Risse und ab und zu liegt Schutt rum. Aber wie gesagt, das Leben geht weiter.
In Santiago wollte ich mir ein bisschen Kultur reinziehen. Hier gibt es nämlich viele Museen und Aussichtspunkte die ich mir unbedingt anschauen wollte. Da es auch einen Hop on Touristenbus gibt wollte ich, wie in Buenos Aires, zuerst mal alles aus dem Bus anschauen. Wo der Bus fahren sollte wartete ich eine Weile. Als kein Bus kam, machte ich mich zu Fuss zu den näheren Sehenswürdigkeiten auf. Schnell musste ich aber feststellen das sämtliche Museen und alles was für Touristen einigermassen interessant ist, geschlossen war. Überall wurde mir von freundlichen Wächtern gesagt dass das Museum oder die Kirche wegen des Erdbebens bis auf weiteres geschlossen bleibt.
Immerhin gibt es ungeheuer viele Shoppingmöglichkeiten in Santiago. Die Parks sind auch ganz toll. Ausserdem habe ich mir die Kirchen und Museen halt von aussen angeschaut.
Ach ja, der Touribus. Der fährt. Allerdings hat es mit Hop on, Hop off nicht viel zu tun. Ein Bus tourt durch die Stadt. Mehr braucht es aber auch nicht. Ich sah genau einmal einen Mann im Bus sitzen.
Ausflüge in die Umgebung waren mangels Touristen leider auch nicht möglich. Verständlicherweise gab es eine Mindestteilnehmerzahl. Also schrieb ich mich mutig für so ziemlich alles ein. Ich war der Meinung das sich neben mir sicher noch ein zweiter Touri finden lässt. Ich schien aber tatsächlich die Einzige zu sein. Somit war auch mein Ausflugsprogramm gestrichen. Sehr traurig war ich aber nicht. Bei Nachfrage stellte sich nämlich immer raus dass das Programm nur sehr reduziert durchgeführt werden konnte.
Eigentlich mega schade das ich diese faszinierende Stadt nicht unter anderen Bedingungen kennenlernen konnte. Die Stadt bietet nämlich wirklich einiges.











